Hochschule kann auch modern

Begleitendes Lernen
Kollaboration
Interaktion

Die agile Lehrmethodik

Bei der agilen Agogik oder agilen Lehrmethodik, geht es darum, dass Wissen in seinem Entstehen zu lehren.
Ein Credo, welches konservative Lehransätze zum Teil auf den Kopf stellt. Der Fokus hierbei: selbststeuerndes,
kollaboratives Lernen unter wissenschaftlicher Führung.

„Jeder Mensch wird als Forscher, Entdecker und Wissenschaftler geboren (…) wir verlernen es nur im Laufe des Erwachsenwerdens. Mit der agile Agogik wollen wir dies ändern! Lernen muss wieder Spass machen und als Lebensinhalt definiert werden.“ – Prof. Johannes Baldauf (Psychologie & Hirnforscher)

Lernen Durch Selbststeuerung
Lernen durch Selbststeuerung und Kollaboration

Wissen wird hierbei in Lernteams erarbeitet.

Die Lehre agiler Agogik macht dies zum Herzstück des Credos. Kollaboration und die soziale Interaktion sind entscheidende Treiber effektiven Lernens und des Schaffens von Wissen. Modernste technische Lösungen sorgen in der virtuellen Lehre dafür. In den Präsenztagen (Workshop-Tage) wird die Theorie in kleinen Gruppen praktisch erarbeitet.

Der Fokus

Gelernt wird im ständigen Austausch mit den Kommilitonen. Mit den Professoren und Dozenten werden Lernteams gebildet.

Individuelle Lernpfade
Lernziele und individuelle Lernpfade

Die agile Agogik gibt Lernziele und Niveau-Stufen vor.
Das klassische Curriculum mit starren Pfaden, wird durch individuelle und dynamische Module und Lerninhalte ersetzt.

Es gilt dabei, das Wissen selbstständig zu erarbeiten und seine eigenen Bedarfe (individueller Wissensdurst) zu entdecken – die Studenten bestimmen mit, welche Themen gelernt werden.

Begleitendes Lernen
Begleitendes Lernen

Professoren und Dozenten werden zu Begleitern, Ratgebern und wichtigen Instanzen wissenschaftlicher Quelle, sowie Visionsweiser.

Es gilt, Diskurs und selbstständige Wissens-Erarbeitung zu fördern und dies wissenschaftlich zu bewahrheiten. Jeder wird zum Wissenschaftler und Forscher.

Hochschule kann auch modern

Digitalisierungen die Sinn machen
Lehre nach moderner Didaktik

Diese Abhandlung stellt die wissenschaftliche
Fundamentation der agilen Agogik der IUE Hochschule dar.

Die folgenden Artikel sind des besseren Verständnis wegen und Alltagssprache verfasst.

Einleitung

Die rasante Entwicklung und der schnelle Wandel von Wirtschaft & Gesellschaft, im Zuge der technischen und globalisierten Evolution, bedeutet vor allem auch für den Bildungssektor einen Drang & Zwang zur Veränderung.

Der Anspruch komplexer Märkte an die Betriebs-Ökonomie, sowie wiederum deren Anspruch an künftige Arbeitnehmer (Studierende, Schüler), rückt mehr und mehr ins Zentrum aktueller Veränderungsdiskussionen.

Die IUE Hochschule in Basel hat diesen Wandel und die einhergehende Notwendigkeit erkannt und im Bereich der tertiären Bildung & Lehre das Gebot der agilen Lehre / agilen Agogik etabliert und visionär weiterentwickelt.

Ziel ist es, die agile Agogik empirisch zu erforschen, zu validieren und für deren optimalen Praxistransfer zu sorgen.

Unter Leitung von IUE HS Professor Johannes Baldauf, sind Mitglieder der Direktion für Lehre & Forschung, sowie der Bildungs- & Studierendenrat ständige Mitglieder dieser Task-Force.

Die Entwicklung der agilen Agogik wurde im Jahr 2019 etabliert und soll im Jahr 2022 auch in anderen Hochschulen und Bildungseinrichtungen Einzug halten.

Zielsetzung der Lehre

Die IUE Hochschule hat zur Mission, Forschung & Lehre stets am exakten Bedarf der Betriebs-ökonomischen Realität auszurichten.

So ergibt es sich, dass es der Lehre im tertiären Bildungssektor mehr bedarf, als die reine Vermittlung theoretischen Wissens. Ein deutlich entscheidender Aspekt wird zunehmend die soziale Interaktion, sowie Fähigkeit der Studierenden zum Kreationismus.

Kreative Schaffensprozesse stellen in modernen Unternehmen den eigentlichen Mehrwert dar. In Zeiten der Digitalisierung & Automation werden operative Prozessuren in die Hände der Technik gegeben und die menschliche Arbeitsleistung fokussiert sich auf kreationistische/kreative Tätigkeiten.

Die sozialen Interaktionen mit all ihren Facetten stellen, in Zeiten transparenten und leicht zu findenden Wissens, eine weitaus grössere Herausforderung, an Organisation und somit auch an Studierenden dar.

Die IUE Hochschule sieht die Stärkung und Förderung der sozialen Interaktion, sowie der Entwicklung zum Kreationismus als zentrale Aufgabe der Lehre. Die Brücke zwischen fachlicher Wissensvermittlung und Förderung sozialer Interaktionsfähigkeit, findet sich in der agilen Agogik.

Diese beschreibt die Art und Weise der Lehre, bzw. des Lernens.

Gemäss dem Gesetz der natürlichen Effizienz der Selbstorganisation, lassen sich hierbei optimale Bedingungen nutzen, um Wissen sinnvoll und effektiv zu verarbeiten, sowie zugleich die Förderung sozialer Interkationen zu stärken.

Effekt der Selbstorganisation
Die natürliche Effizienz des Menschen aus Sicht
der Psychologie, Soziologie und Neurobiologie

von IUE Professor Johannes Baldauf

In diesem Artikel möchten wir Ihnen erklären, dass der Mensch (als solches durchaus naturgegeben) stets zur Effizienz und Optimierung tendiert.
Dabei schauen wir uns die Wissenschaftsfelder der Psychologie, Soziologie und Neurobiologie an.

Psychologie

Die Lehre der Psychologie zeigt uns, wie sehr menschliches Verhalten an ultimativer Effizienz ausgerichtet ist. Klingt seltsam? Ich werde dies Schritt für Schritt erklären.

Einer der wohl bekanntesten und renommiertesten Psychologen / Psychotherapeuten hat eben dies bereits in den 60er Jahren festgestellt. [1] Die Rede ist von Carl R. Rogers, dem US-Amerikanischen Therapeuten und Seelenforscher. An dieser Stelle soll sogleich erwähnt sein, das der Kollege aus den Staaten nicht der erste und einzige Psychologe mit diesem Menschen und Lebensbild war. Jedoch: Als bekannter Vertreter der aufstrebenden Humanismus gelang es Rogers die teils komplexe Thematik einfach und populär darzustellen, was mich nun veranlasst, ihn hier exemplarisch zu zelebrieren.

Soll es kurz und bündig erklärt sein: Für Carl Rogers ist der Mensch von Geburt an mit all seinem vollen Potenzial ausgestattet, welches er benötigt, um sich selbst zu einer selbstständigen und unabhängigen, sowie erfolgreichen Persönlichkeit zu entwickeln.

Alltagspsychologisch könnte man von der „freien Entfaltung“ der Persönlichkeit sprechen.

​Zudem hat Rogers festgestellt, dass der Mensch – als soziales Wesen – stets bestrebt ist, sich permanent zu optimieren, um sein Ziel der vollen Potenzialsentfaltung (Selbstverwirklichung) zu erreichen.[2] Dieses permanente Streben ist im gesunden Menschen instinktiv vorhanden. Ebenso entscheidend ist, dass dieser „motivationale Antrieb“ von Geburt bis zum Tod eines Menschen – ergo, während der gesamten Entwicklung – vorhanden ist und eine gewisse stete Dynamik mit sich zieht.

Jetzt mögen Sie sich fragen, warum die Realität uns dabei ein anderes Bild zeigt und wir doch im realen Leben immer wieder auf unmotivierte, depressive und in-innovative Menschen treffen? Durchaus zeigt sich dieser – von Rogers erklärte – Drang zur steten Optimierung in der Realität – ob Pädagogik, Agogik oder im Betriebs-ökonomischen Alltag – oftmals eben nicht.

„Der Mensch ist dazu programmiert sich ständig weiter zu entwickeln und stets motiviert sein Potenzial voll und ganz zu entfalten…das ist soweit wunderbar…doch dann kommt die Erziehung dazwischen…“[3]

Prof. Dr. Vera F. Birkenbihl

Damit Menschen sich entwickeln, bedarf es dem Zutun von aussen – ergo, der sozialen Interaktion mit der sozialen Umwelt eines Individuums.[4] Diese soziale Interaktion sorgt respektive für die Entwicklung eines Menschen.

Der Mensch – das Individuum – steht in ständiger Auseinandersetzung, einem ständigen Informationsaustausch mit seiner sozialen Umwelt. Interessant für die Entwicklung des Menschen ist hierbei vor allem die Rückmeldung, bzw. die Zuschreibung (sämtlicher Reize aus dem Umfeld), welche seine Persönlichkeit (Charaktere, Eigenschaften etc.) beschreiben lassen.

Vor allem sorgt die soziale Interaktion (als Treibstoff der Entwicklung) dafür, dass Menschen zur reflektierten und motivierten Persönlichkeit werden – Dem Drang zur Selbstoptimierung und Effizienz wird Raum gegeben und die Entwicklung nimmt einen positiven Verlauf.

Diesen „positiven Verlauf“, der beschreibt, dass eben diese besagte Triebkraft zur gesunden, reflektierten, motivierten Persönlichkeit wirken kann, benötigt vor allem vier entscheidende Faktoren, welche vom sozialen Umfeld des Menschen gegeben sein müssen.

  • Freiheit
  • Wertschätzung & Bewertungsfreiheit
  • Transparenz & Zielsicht
  • Förderung zur Selbstbestimmtheit

Freiheit:

Die Möglichkeit selbstständig Entscheidungen zu treffen und dabei minimalste soziale Abhängigkeit zu erleben

Wertschätzung & Bewertungsfreiheit:

Soziale Anerkennung bedingungsloser, wertfreier Art (KEIN Lob beim Befolgen zuvor Befohlener Aufträge)

Transparenz & Zielsicht:

Allg. Gefühl der Sicherheit und Kontrolle eigener Lebensumstände.

Förderung zur Selbstbestimmheit:

Die Möglichkeit motivationalen Drang der Weiterentwicklung, der Neu-Entdeckung ausleben zu können.

Oder allgemein zusammengefasst: Eine (überwiegend) als „positiv“ bewertete Interaktion mit seiner Umwelt.

Motivation vs. Demotivation

Diese stetige und immerwährende Auseinandersetzung mit unserer sozialen Umwelt bestimmt somit unsere Entwicklung zur erfolgreichen, selbstständigen und unabhängigen Persönlichkeit – oder eben nicht!

Damit wir uns nämlich zu einem „erfolgreichen Menschen“, also zur vollen Entfaltung und Selbstverwirklichung entwickeln, benötigen wir überwiegend positive, soziale Interaktionen.

Freiheit, Wertschätzung, Transparenz/Sicherheit und Förderung/Nährstoff verhelfen uns dabei, unser Potenzial voll zu entfalten.

Passiert dies nicht, erfahren wir also grundsätzlich wenig (bedingungslose) Wertschätzung, wenig Freiheit, wenig Transparenz/Sicherheit, wenig Förderung, zeigt sich eben genau das Gegenteil.

Der natürliche Optimierungsdrang wird blockiert; der Mensch wird gehindert sein Potenzial zu entfalten und derart gehemmt, dass dieser seine Motivation und Innovation verliert.

Kompensation zur Effizienz

Der menschliche Effizienzdrang ist allerdings so ausgerichtet, dass er sich (sofern dies möglich!) immer so aufstellen wird, dass er fehlende Wertschätzung, Freiheit, Transparenz etc. kompensiert.

Vergleichbar ist dies mit einer Pflanze, die im Schatten steht. Pflanzen sind genetisch dazu programmiert stets zu wachsen und sich zur Blüte zu entwickeln.

Dies können sie aber nur dann, wenn sie ausreichend Licht erhalten. Tun sie das nicht, erleben wir bei Pflanzen sehr oft, wie diese sich stets zur Lichtquelle hin ausrichten und den Schatten somit umgehen.

Menschen verhalten sich in diesem Kontext ebenso.

Carl Rogers nimmt dafür die Kompensations-Theorie von Sigmund Freud und entwickelte diese weiter.[5]

Wie macht sich dies in der
Betriebs-Ökonomie und Agogik bemerkbar?

In der Realität ferner in Unternehmen und im Bildungssystem, haben wir diese Effekte sehr häufig und zunehmend Folgen-intensiver.

Symptome wie Burn-Out, Fluktuationen, In-Effizienz, fehlende Innovation und Motivation etc. sind die Symptome dieser Prozessur.

Ursachen dafür, sind oft die fehlende Wertschätzung (verschiedenster Art), Mangel an Freiraum/Schaffensraum und Freiheit, fehlende Transparenz und wenig Möglichkeit der Förderung, ergo, Möglichkeit den inneren Entdecker- und Forschertrieb ausleben zu können. Ob in der Agogik oder im Betriebs-ökonomischen Alltag, zeigt sich doch dieses Bild der Hinderung natürlicher Effizienz.

Denn grundsätzlich gilt für jeden Menschen:

Motivation ist naturgegeben!
Damit besagt Rogers und die Wissenschaftsdisziplin der Psychologie, dass Menschen von Natur aus motivierte und Effizienz-getriebene Wesen sind.[6]

Innovationskraft ist naturgegeben!
Ähnlich verhält es sich mit der Innovationskraft und dem Drang zur Weiterentwicklung & Kreativität.[7]

​Ein Faktum, welches vor allem Maria Montessoris (Pädagogin) erkannte und in Ihrem Lebenswerk stets zum Fokus machte.

Soziologie

Psyche des Menschen = Psyche der Gesellschaft
Auffällig ist, dass sich selbe Phänomenologie – wie in der Psychologie durch Rogers beschrieben – ebenso auch auf ein gesellschaftliches Konstrukt wiederspiegelt.

Auch im Bereich der Soziologie wissen wir mittlerweile, dass sich individuelles Verhalten und Erleben eines einzelnen Menschen direkt auf ein soziologisches System übertragen lässt und/oder umgekehrt.

Der methodologische Kollektivismus & methodologische Individualismus beschreiben, wie sehr individuelles Erleben und Verhalten durch das soziale Umfeld beeinflusst werden und beeinflusst sind.[8]

Gerade James Samuel Coleman hat diese Zusammenhänge im Kontext der Ökonomie und Betriebs-Ökonomie deutlich gemacht.[9]

So lässt sich vereinfacht festhalten:

Diese Psyche, des einzelnen Menschen, entspricht dem selbem Muster und Verhalten, wie die Psyche des gesamten Systems/Unternehmens.

Wie macht sich das in der
Betriebs-Ökonomie und im
Bildungswesen bemerkbar?

In Unternehmen oder in der Agogik, zeigt sich dieser Zusammenhang gut, wenn wir nicht nur einzelne Mitarbeiter oder Lernende erleben, welche demotiviert und in-innovativ sind, sondern sich diese negativen Symptome (siehe oben Psychologie) auf ein gesamtes Team, einer gesamten Klasse oder Kohorte auswirken.

Die Ursachen sind dieselben, wie oben bereits beschrieben; der Effekt jedoch umso intensiver, da die soziologische Skalierung deutlich stärker wirkt.

Fördern wir aber Mitarbeitende und Schüler/Lehrende entsprechend und verhelfen wir ihnen bei der Potenzials-Entfaltung, wirkt sich auch dieser Effekt ebenso stark und positiv auf ein Team, eine Abteilung oder eben auf eine Klasse/eine Kohorte aus.

Die natürliche Effizienz, der natürliche Motivationsdrang, sowie die natürliche Innovation zeigen sich grundsätzlich ebenso im soziologischen Kontext eines Systems.

Neurobiologie/Hirnforschung

Um zu zeigen, dass sich dieser Sachverhalt – wie er oben beschrieben ist –

auch biologisch zeigt, betrachten wir das Ganze einmal aus Sicht der Neurobiologie.

Auch dort entdecken wir eine stringente Tendenz zur Effizienz und Optimierung, bezüglich der neuronalen Vernetzung.

So hat die neueste Forschung im Bereich der Neurobiologie festgestellt, dass relevante Vernetzungen und Synapsen-Koppelungen stets nach effizientem Muster entstehen.[10]

Im Grunde entsteht hier auf Mikro-Ebene, eben dieser Effekt, welcher sich in der Psychologie und Soziologie zeigt. Ein nur allzu logischer Schluss, ist unsere Psyche und Sozio-Psyche, ein Produkt aus Neuronen und deren Vernetzungen.

Was sich allerdings auch hier deutlich macht, dass sich die neuronalen Netzwerke nicht ohne weiteres zur optimalen Effizienz entwickeln.

Wie es bereits Carl Rogers beschrieb, entscheiden unter anderem die Reize aus der sozialen Umwelt darüber, welche Neuronen (Nervenzellen) sich wie miteinander vernetzen und entscheiden, wie schnell, effizient und leistungsfähig unser Gehirn letztendlich ist.

Auch Prof. Dr. Peter Scheiffele und Kollegen (Universität Genf, Universität Basel), zeigen in ihren Experimenten und Forschungen im Bereich Autismus, wie sehr die positive Wirkung von Neurotransmittern durch Umwelteinflüsse (soziale Interaktion) abhängt.[11]

Wie zeigt sich das in der Praxis

So sorgen Reize, welche als Wertschätzung und Sicherheit, sowie Transparenz (Vermeidung des Kontrollverlusts) empfunden werden, mittel- und langfristig für eine positive Neuro-Dynamik, ergo, fördern die effiziente und optimale (im Sinne der steten Weiterentwicklung und des geistigen Wachstums) Entwicklung des Gehirns – somit Psyche und geistigen Fähigkeiten des Menschen.

Gemessen an der Frequenz der elektromagnetischen Impulse, zeigen positive Reize aus der Umwelt (siehe Absatz oben) eine deutlich entspannte Gehirnaktivität (Alpha-Wellen-Frequenz), welche zwingend notwendig ist, um effiziente neuronale Vernetzungen zu bilden (= Lernen, Kreativitätsprozesse).

Erleben Menschen oder Mitarbeiter oder Schüler hingegen überwiegend Stress, wenig Wertschätzung, In-Transparenz & Unsicherheit, zeigt sich eine permanente angespannte Hirnwellen-Frequenz (Beta-Frequenz) welche das Gehirn zwar auf „funktionieren“ switched, allerdings keinen/wenig Raum für neue Vernetzungen (=Lernen & Kreativität) zulässt. Ergo: „Menschen unter Anspannung & Stress entwickeln sich nicht weiter.“

Ein Effekt, welcher evolutions-biologisch durchaus Sinn ergibt und effizient ist, muss ein Gehirn (Mensch) bei drohender Gefahr (Stress) automatisch und schnell funktionieren und reagieren können und keine Energie/Zeit dafür verschwenden, neue Vernetzungen zu entwickeln.

Erlebt der Mensch und sein Cortex permanente Stress-Situationen und Anspannung, so fehlt den neuronalen Netzwerken nicht durch die Zeit der Optimierung der Vernetzung, sondern ebenso die Energie, Netzwerk-Sanierungen (Ruhe/Pause) vorzunehmen.

So können z.B. Erkrankungen wie Depressionen/Burn-out als natürliche Notbremse und Reaktion der neuronalen Vernetzung betrachtet werden.

II. Agilität und agile Methodik als Förderer natürlicher Effizienz

Die agile Idee, deren Methoden und die agile Organisation (das agile System der Selbstdynamik) / das agile Team, sorgen somit für die Förderung dieser natürlichen Effizienz.

Steile These – Wie ist dies zu verstehen?

Die Idee der betriebs-ökonomischen modernen „Agilität“ beruht auf drei grundlegenden Idealen:

Selbststeuerung: Soziale Systeme mit gemeinsamer Intension und Zielfokus (Teams, Klassen, Kohorten) agieren und interagieren selbstständig und ohne konkrete Anführung.

Auftrags-/Nutzerorientierung: Soziale Systeme mit gemeinsamer Intension und Zielfokus (Teams, Klassen, Kohorten) agieren und interagieren mit besonderem Nutzer- & Auftragsfokus, welcher mithilfe der Selbststeuerung geleistet wird.

Permanente Reflexion: Soziale Systeme mit gemeinsamer Intension und Zielfokus (Teams, Klassen, Kohorten) reflektieren deren Kommunikation/Interaktion stetig zum Optimum, welches dem Ansatz der Empirie Folge leistet.

Freiheit – Motivation & Innovation

Die agile/selbststeuernde Team-Struktur gibt den Mitarbeitenden oder Schülern Raum zur Selbstorganisation und Selbstbestimmung.

Prozesse werden selbst entwickelt und durch die wachsende Verantwortung der Teammitglieder, steigt somit die Motivation eines jeden einzelnen Mitarbeiters/Schülers/Studierenden.

Ein Vorgang, der dem Entwicklungsprozess, zur Potenzials-Entfaltung und Selbstverwirklichung, absolut in die Karten spielt.

Eine gesunde, soziale Interaktion in diesem selbstdynamischen Team, sorgt zudem für eine weitere – sich ergebende – grundsätzliche positiven Bewertung der sozialen Interaktionen.

Ebenso ergibt sich daraus – und vor allem durch die agile Methodik – ein deutlicher Zugewinn, in Bezug auf die Innovationskraft des Teams/der Abteilung. Der Kreativität wird Raum gegeben und diese somit gefördert. Die Selbstdynamik und die Selbststeuerung lässt das „Erforschen“, sowie das individuelle „Lernen“ durch intrinsische Prozessuren deutlich intensiver zu.

Wertschätzung/Transparenz
als Treiber

Durch die positive Interaktion (geförderte Atmosphäre der Wertschätzung); die neue Feedback-Kultur durch die intensive Reflexionsthematik und dank der neuartigen offenen Kommunikation, werden Motivations- & Innovations-Prozesse unterstützt und der Weg für die natürliche Optimierung und Effizienz-Steigerung ist geebnet. Das agile Coaching (ein fester Bestandteil der pragmatischen agilen Idee) als die Brücke zur Perfektion.

Kollaboration & soziale Interaktion als Treiber der Vernetzung/Lernen
Die jedoch wohl grösste Errungenschaft selbststeuernder Arbeit ist das gesteigerte Potenzial des Lerneffektes, sprich der neuronalen Vernetzung, welche der intensiven sozialen Interaktion geschuldet sind. Kollaborierende Interaktion in dieser Intensität, gepaart mit steter Reflexion und Wahrnehmung gemeinsamer Erfolge sorgen für maximalen Lerneffekt, welchen Teams in der betriebsökonomischen Zusammenarbeit, aber vor allem Lernende grossen Mehrwert bietet. Auch hierbei mündet dies in maximaler Effizienz.

Die Agile Agogik

Mit selbststeuernder Kollaboration zu effizienterem Lernen

Der beschriebene Effekt der Selbstdynamik und der Selbstorganisation, sprich der post-modernen Agilität, sind die Basis der Konzeption der agilen Agogik der IUE Hochschule.

Sinn und Zweck soll es sein, die Studierenden in deren sozialer Kompetenz (sozialer Interaktion/Kollaboration betreffend), der Fähigkeit kreativen/schaffenden Denkens, sowie effizienteren Informationsverarbeitung (Lernen & Wissensaufnahme), zu fördern und zum Optimum zu verhelfen.

Die Agilität in diesem Sinne, verhilft somit nicht nur zur optimalen Leistungssteigerung und dem Erlangen geforderter Fähigkeiten der modernen Betriebs-Ökonomie, sondern schafft zudem eine deutlich positivere Wahrnehmung und Wertung des Studierenden.

1. Lehrauftrag in der agilen Lehre

Mit Lehrauftrag wird in diesem Kontext der Effekt gemeint, den es beim Studierenden zu erzielen gilt. Das Wissen, das Know-How, sowie vor allem die Fähigkeiten, welche für den Schüler/Studierenden wichtig sind. Die Definition und Gewichtung über diese «Wichtigkeit» und «Relevanz» bestimmt die Umwelt, ferner – im Kontext der IUE Hochschule – die moderne und reale Betriebs-Ökonomie. Ziel soll es sein, dass Schüler und Studierende stets optimale Bedingungen in der Interaktion mit der späteren realen Gesellschaft und Wirtschaft vorfinden und erleben.

In der modernen Gesellschaft zeigt sich dies vor allem in den Aspekten der Kreativität, der sozialen Interaktion, der Reflexionsfähigkeit und allgemeinen selbstständigen Meinungsbildung.

Somit gilt es also, die Diskrepanz zwischen realer Wirklichkeit in der Gesellschaft und der theoretischen starren Lehre zu vermeiden oder diese bestmöglich zu schliessen.

Die Bestimmung des Lehrauftrages obliegt also dem tatsächlichen Bedarf der Gesellschaft, bzw. Betriebs-Ökonomie.

Beispiel IUE Hochschule: Die Ermittlung des sogenannten «tatsächlichen Bedarfs» obliegt dem Bildungsrat, dem Studierendenrat, der Direktion für Forschung, sowie dem Wirtschaftsrat, welche wiederum selbst in selbststeuernden Prozessen, diese Bedarfe und somit auch Lernaufträge entwickeln.

Daraus ergibt sich, dass die Institution des Bildungswesens lediglich den Auftrag der realen Gesellschaft übernimmt und die Zielerreichung dessen verantwortet und fördert. So gilt zudem, dass es dem Bildungswesen somit nicht mehr obliegt, wie der Effekt des Lehrauftrages zu vermitteln und zu lehren ist, sondern lediglich, dass er sich zeigt.

Vielmehr soll die Art und Weise, wie Schüler und Studierende an diese Effekte (Fähigkeiten, Wissen, Know-How etc.) gelangen, von den Schülern/Studierenden selbst erarbeitet werden, Da Art und Weise – also der Weg bis zur Erlangung der Fähigkeiten – individuell und Lernenden-fokussiert betrachtet werden muss, wären dogmatische Vorgaben ein Widerspruch der Effizienz aus der Selbststeuerung

2. Lehrperson in der agilen Lehre

Die Lehrperson, der agilen Lehre (Lehrer, Dozent, Professor etc.), hat im oben beschriebenen Kontext die Herausforderung und Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Schüler & Studierende dazu befähigt werden, relevantes Wissen aufzuspüren, zu verarbeiten und zu ordnen. Die Lehrperson wirkt in diesem Zusammenhang als Coach, Unterstützer und Befähiger der Schüler und Studierenden. Im Gegensatz zur klassischen Herangehensweise, in der die Lehrperson mehr als «Bestimmer» und «Vorgeber» wirkt, wird in der agilen Lehre diese «Vorgabe» des «Wie», den Schülern & Studierenden zur Entscheidung überlassen.

Die Lehrperson gibt damit künftig Impulse und Vorschläge, welche Methoden optional existieren und zur möglichen Zielerreichung führen könnten. Ferner übernimmt die Lehrperson die Rolle des Förderers intensiver Kollaboration im optimalen Rahmen.

Selbstverständlich – und das gilt besonders im tertiären Kontext – hat die Lehrperson dafür Sorge zu tragen, Wissensquellen und fachliche Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen, diese zu Ordnen und verständlich zu unterrichten. Diese Tätigkeit verfolgt die Lehrperson während des gesamten Lernprozesses – Getreu dem Motto des begleitenden Lehrens.

3. Der Lernende in der agilen Lehre

Der Lernende (Schüler/Studierende) übernimmt in der agilen Lehre die Hauptverantwortung über die Art und Weise, sowie Methoden der Lehre, sprich des Lernens.

In der agilen Lehre versammeln sich die Schüler/Studierenden in einem selbstdynamischen Team, welche die Aufgabe der gemeinsamen Wissenserarbeitung vor sich haben. Ziel soll es sein, durch die Impulse und etwaigen Optionen der Lehrenden (Lehrpersonen), Fähigkeiten und Wissen, sowie relevante Informationen selbst zu erarbeiten und den Wissenstransfer selbst zu organisieren. Die Lehrperson wird in diesem Kontext als Coach/Begleiter, Wissensvermittler und Unterstützer, sowie Moderator zur Rate gezogen.

Effekt der Arbeit im agilen Team
  • Die soziale Interaktionsfähigkeit der Schüler/Studierenden wird gestärkt und gefördert. Durch die Prämisse der gemeinschaftlichen Kooperation und Zielerreichung, wird (unter Hilfestellung der Lehrperson) vor allem die Kommunikation verschiedenster Modalitäten in den Vordergrund gerückt.
  • Die Reflexionsfähigkeit der Schüler/Studierenden wird gestärkt und gefördert. Durch die starke Kommunikation unter Einhaltung positiver Voraussetzung (wertschätzende Kommunikation, gesunder Diskurs), wird die Reflexionsfähigkeit und die Meinungsbildung der Schüler/Studierenden gefördert. Im Mittelpunkt stehen zielführende Argumentationen und Zusammenhang-bildende Rückschlüsse, welche durch positive Kommunikation entstehen.
  • Die Kreativität und Fähigkeit abstrakter Denkweisen, sowie holistischer Denkansätze wird gefördert. Durch die starke soziale Interaktion, sowie die Reflektion verschiedener Meinungsbilder, im Umfeld der Diversität und Heterogenität, wird den Schülern/Studierenden die Fähigkeit und der Raum zur queren Denkweise und zur Abstraktion gegeben.
Die Agile Lehre an der IUE Hochschule Basel

Die agile Lehre mit seiner Methodik und Herangehensweise sorgt in vielerlei Hinsicht für einen deutlichen Mehrwert für Studierende und Gesellschaft, sowie für die moderne Betriebs-Ökonomie.

Die IUE Hochschule wendet das Konzept der agilen Lehre in den Bereich der Weiterbildungsstudiengänge und Bachelor, sowie Master Studiengängen an und geht hierbei stets nach dem Prinzip des agilen Lehr-Zykluses vor.

Auch die Prüfungsordnungen sind der Konzept-Idee der progressiven Lehrmethodik angepasst. So werden in den Weiterbildungsstudiengänge mit Projektarbeiten abgeschlossen, welche in selbststeuernder Projektarbeit zu vollziehen sind.

Ebenso große Gewichtung erhält, bei der Bewertung der Projektarbeit, die soziale Interaktion, sowie Problembewältigung innerhalb dieser.

Quellenangabe

[1] Carl R. Rogers. „Entwicklung der Persönlichkeit“ 1973

[2] Johannes Baldauf: „Tabula Rasa – thinking outside the box“ 2019

[3] Vgl. Prof. Dr. Vera Birkenbihl – Stroh im Kopf?: Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer. mvg-Verlag, 2007)

[4] Vgl. Carl R. Rogers. „Entwicklung der Persönlichkeit“ 1973

[5] Vgl. F.-G. Pavel: Die Entwicklung der klientenzentrierten Psychotherapie in den USA von 1942–1973. In: Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG)

[6] Vgl. Kramer, Rita (1976). Maria Montessori. Chicago: University of Chicago Press.

[7] Vgl. Kramer, Rita (1976). Maria Montessori. Chicago: University of Chicago Press.

[8] Vgl. H. Reimann / B. Giesen / D. Goetze / M. Schmid: Basale Soziologie – Theoretische Modelle. Opladen 1991.

[9] Vgl. Kain, John; Singleton, Kraig (1996). „Equality of Education Opportunity Revisited“

[10] Vgl. György Buzsáki: «Rythms of the Brain» 2006

[11] https://www.biozentrum.unibas.ch/research/researchgroups/overview/unit/scheiffele/research-group-peter-scheiffele-related-to-prof-peter-scheiffele/

[12] Vgl. Scrum Guide nach Jeff Sutherland und Scrum IUE Hochschule